Nach den Eskalationen im Streit um den Bau der Flüchtlingsunterkunft im Björnsonweg, Blankenese melden sich nun Befürworter des Baus zu Wort. „Unser Ziel ist es, ein Zeichen zu setzen, dass es ein Blankenese gibt, das nicht den Vorurteilen entspricht, die derzeit wieder über uns ausgeschüttet werden“ sagt Pastor Klaus-Georg Poehls vom Runden Tisch Blankenese. Er bezieht sich damit auf die lautstarken Protestrufe und Vorurteile aus Medien und Internet, die die Blockade der Fällarbeiten für den Unterkunftbau nach sich zogen. Anwohner und Gegner des Baus hatten in der vergangenen Woche die Zufahrt zum Björnsonweg mit Autos zugestellt, sodass notwendige Fällarbeiten nicht stattfinden konnten.
Poehls sagt weiter: „Es gibt in Blankenese viele Menschen, die sich schon lange für Flüchtlinge engagieren.“ So setze sich der Runde Tisch, der derzeit aus einem festen Team von 20 Personen und weit über 100 Ehrenamtlichen bestehe, bereits seit 1993 für geflüchtete Menschen ein. Die Meinung zur Flüchtlingsunterbringung: „Kirchengemeinde und Runder Tisch werden ihren Teil dazu beitragen, dass die Geflüchteten sich willkommen fühlen, Blankenese und seine Bewohner kennenlernen und dass eine gute Nachbarschaft entsteht.“
Der Runde Tisch Blankenese organisiert nun für Donnerstag eine Demonstration der Baubefürworter. Die Organisatoren rechnen mit bis zu 200 Teilnehmern, die sich um 18 Uhr am Blankeneser Marktplatz treffen.




Den Plänen für den Bau von Flüchtlingsgroßunterkünften in Hamburg setzt die IFI nun Bürgerbegehren entgegen. Trotz laufender Gespräche mit den Regierungsfraktionen SPD und Grüne sagt  Klaus Schomacker, Sprecher des Dachverbandes: „Wir begrüßen ausdrücklich die Gesprächsbereitschaft und die angenehme Atmosphäre in den bisherigen Gesprächen mit den Regierungsfraktionen. Aber leider wird trotz des großen Erfolges unserer Volksinitiative ununterbrochen an vielen Unterkünften gebaut. Das finden wir nicht angemessen und nicht fair.“

Im Rahmen der Volksinitiative „Hamburg für gute Integration“ wurden in der Zeit vom 26.2. bis 2.3.2016 über 26.000 Unterschriften gesammelt, um sich beim Senat in Sachen Flüchtlingsunterkünfte Gehör zu verschaffen. Diese Volksinitiative bewirkte allerdings keinen Aufschub der Bauarbeiten an den Großunterkünften. Nun also der Weg über die Bürgerbegehren.

„Wenn der Senat einen möglichen Volksentscheid verhindern will und bereit dazu ist, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, dann sollte dies jetzt geschehen. Die Situation ist nicht alternativlos und die Großunterkünfte, die nun trotzdem gebaut werden sollen, werden von großen Teilen der Hamburger Bevölkerung abgelehnt. Der deutlich zurückgegangene Zustrom an Flüchtlingen gibt uns jetzt die notwendige Luft für das Moratorium und die Verhandlungen.“, so Klaus Schomacker.

Der nächste Schritt muss nun vom Senat gemacht werden. Bis Ende August ist noch Zeit sich für die Übernahme der IFI-Anliegen zu entscheiden, andernfalls kann sich die Initiative für ein Volksbegehren entscheiden.

 




Vergangenen Dienstagmorgen behinderten Blankeneser Bürger die Arbeiten an der geplanten Flüchtlingsunterkunft im Björnsonweg.
Für den Bau sollten 42 Bäume gefällt werden, um Platz für 9 Holzpavillions zu machen, in denen knapp 200 Flüchtlinge Unterkunft finden könnten. Mit kreuz und quer geparkten Autos  versperrten Anwohner die Wohnstraße, sodass die Baumfällfirma nicht an die 42 Bäume herankam. Auch bei der Auszeichnung der Bäume war es schon zu Manipulationsversuchen gekommen, um den Fortschritt des Vorhabens zu verlangsamen.
Laut NDR wird die für das Fällen der Bäume erteilte Genehmigung  zum kommenden Freitag auslaufen. Bis zu einer neuen Prüfung für eine Sondererlaubnis und der tatsächlichen Fällung könnten dann Monate vergehen.